Übersichtskarte
Auf dem Gemeindegebiet von Gansingen finden sich im Siedlungsraum, in der Landwirtschaftszone und im Wald zahlreiche Lebensräume für unterschiedlichste Pflanzen, Insekten, Amphibien, Vögel und Säugetiere. Neben der Qualität der einzelnen Lebensräume ist deren wirksame Vernetzung von zentraler Bedeutung. Der Naturschutzverein Gansingen engagiert sich für die Schaffung, den Erhalt und die Pflege dieser wertvollen Strukturen.
Die folgende Karte zeigt die wichtigsten Flächen, die vom Naturschutzverein bewirtschaftet und regelmässig gepflegt werden.
Lebensraum
Weiher / Tümpel
Der Naturschutzverein betreut vier Weiherstandorte am Bürerberg, in Schlatt, beim Bisletenbächli und neben dem Steinbruch in Röt. Die Weiher weisen unterschiedliche Wassertiefen auf und präsentieren sich je nach Standort offen oder mit Schilf bestockt. In Gansingen sind vor allem Grasfrosch und Erdkröte anzutreffen. An einem der Weiher hat sich zudem die Geburtshelferkröte erfolgreich angesiedelt. Zahlreiche Libellenarten nutzen die Standorte als Lebens- und Entwicklungsraum. Ergänzend werden in den angrenzenden Bereichen Kleinstrukturen wie Trockenmauern, Hecken, Ast- und Schnittguthaufen angelegt, um die ökologische Vielfalt weiter zu fördern.
Lebensraum
Bäche
Bäche sind wichtige Lebensräume und verbinden als natürliche Korridore die verschiedenen Elemente der Kulturlandschaft. Der Naturschutzverein unterstützt Projekte zur Renaturierung von Bachläufen sowie zur Öffnung eingedolter Gewässer fachlich und praktisch. Ein aktuelles Beispiel ist die von privater Seite initiierte Renaturierung des Bisletenbachs unterhalb des Laubberges. Auf einer Länge von 225 m wurde das zuvor eingedolte Gewässer wieder geöffnet. Auf rund 6’300 m² entstanden neben dem neuen Bachlauf weitere Strukturen wie Tümpel, Hecken, Kleinstrukturen, Trockenmauern und Baumpflanzungen. Das Projekt wurde 2024 abgeschlossen.
Lebensraum
Fromentalwiesen
Fromentalwiesen sind extensiv genutzte, blumenreiche Dauerwiesen. Sie werden erstmals ab dem 15. Juni und ein zweites Mal gegen Ende des Sommers gemäht. Jedes Jahr bleibt ein Teil der Fläche ungemäht und dient als wichtiger Rückzugsstreifen für zahlreiche Kleinlebewesen. Die grösste vom Naturschutzverein betreute Fromentalwiese liegt am Bürerberg, weitere befinden sich auf Hinter Gugli und auf dem Chaisacher. Die Wiesen werden nicht gedüngt; das Schnittgut wird als Heu von einem Landwirtschaftsbetrieb genutzt. Durch diese «Diät» sollen die Flächen langfristig nährstoffärmer werden, um die Artenvielfalt zu fördern.
Bild: Fromentalwiese Bürerberg
Lebensraum
Magerwiesen
Magerwiesen zählen zu den wertvollsten Lebensräumen unserer Kulturlandschaft. Sie entstehen auf nährstoffarmen Böden und beherbergen eine beeindruckende Vielfalt: Bis zu 50 Pflanzenarten können auf einem einzigen Quadratmeter wachsen. Die Bewirtschaftung erfolgt extensiv – der Schnitt findet erst ab dem 1. Juli statt und nur einmal jährlich. Das Schnittgut wird entfernt, damit die Flächen langfristig nährstoffarm bleiben. Auf einzelnen Magerwiesen in Gansingen kommen zudem verschiedene Orchideenarten vor, was ihre besondere ökologische Bedeutung unterstreicht.
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Lebensraum
Rebberg- Terrassen
Ein ehemaliges Rebgrundstück wurde vom Naturschutzverein erworben und mit Trockenmauern terrassiert. Die entstandenen Ruderalflächen bieten Lebensraum für verschiedene seltene Pflanzen- und Insektenarten. Auf den Mauern sonnen sich zudem Zauneidechsen. Die Terrassen werden jährlich gepflegt; dabei werden die Trockenmauern freigestellt und bei Bedarf repariert, um eine optimale Besonnung sicherzustellen.
Im Jahr 2026 wird die bestehende Terrassierung mit neuen Mauern ergänzt.
Bild: Terrassierte ehemalige Rebfläche
Lebensraum
Waldränder
WWaldränder sind für viele Arten wertvolle Lebensräume. Besonders artenreich sind gestufte, strukturreiche Waldränder mit einem Krautsaum, einem Strauchmantel und dahinter kleineren sowie grösseren Bäumen. Der Naturschutzverein betreut entlang solcher Waldränder rund 350 Nisthilfen, die vor allem von Meisenarten genutzt werden. Gleichzeitig wird darauf geachtet, die Dichte der Nisthilfen nicht zu hoch zu wählen, um die Vielfalt an Insekten, wie etwa Schmetterlingsarten, nicht zu beeinträchtigen.
Bild: Der Naturschutzverein hat entlang einer Magerwiese auf Hinter Gugli mehrere Buchten im Waldrand ausgebildet.
Lebensraum
Höhlen und Stollen
Auf dem Chaisacher befindet sich ein Winterschlafquartier für Fledermäuse in einem stillgelegten Stollen. Der Zugang wurde vom Naturschutzverein mit einem Schutzgitter gesichert, um die Tiere ungestört zu lassen.
Ein weiterer Stollen wurde 2021 im Gebiet Chlaffe am Bürerberg geöffnet und so für Fledermäuse, Amphibien und Insekten zugänglich gemacht.
Bild: Stollenzugnag Chaisacher
Lebensraum
Hecken
Hecken bieten ganzjährig Nahrung, Schutz und Lebensraum und vernetzen verschiedene Lebensräume innerhalb der Landschaft. Sie dienen zudem als wichtige Wanderkorridore für Waldtiere. Ideal aufgebaut sind Hecken mit einem vorgelagerten Krautsaum, einem Strauchmantel aus kleineren und grösseren Sträuchern sowie einzelnen eingestreuten Bäumen. Besonders geeignete Heckenpflanzen sind Liguster, Pfaffenhütchen, Holunder- und Schneeballarten, ergänzt durch dornentragende Sträucher wie Schwarzdorn oder Heckenrosen, die zusätzlichen Schutz vor Fressfeinden bieten.
Bild: „Bärtschi“-Hecke an der Winterhalde in Gansingen
Lebensraum
Trockenmauern
Trockenmauern gehören zu den ökologisch wertvollsten Strukturelementen unserer Kulturlandschaft. Sie bieten Amphibien, Eidechsen und einer Vielzahl von Insekten ideale Verstecke, Sonnenplätze und Überwinterungsmöglichkeiten.
Der Naturschutzverein Gansingen hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Trockenmauern angelegt. Verwendet wird ausschliesslich natürliches Steinmaterial. Entweder aus Gebäudeabbrüchen oder aus überschüssigem Sandstein des Steinbruchs in Röt.
Bild: Trockensteinmauer Röt
Lebensraum
Kleinstrukturen
Kleinstrukturen übernehmen in der Landschaft eine Vielzahl ökologischer Aufgaben. Sie bieten Amphibien, Schlangen, Säugetieren und Insekten wertvolle Rückzugsorte, dienen als Trittsteine zwischen grösseren Lebensräumen, als Brut- und Aufzuchtplätze sowie als geschützte Winterquartiere. Gleichzeitig bieten sie wichtigen Schutz vor Fressfeinden.
Bild: Reptilienburg Weiher Bürerberg
Lebensraum
Natur im Siedlungsraum
Die Biodiversität im Siedlungsgebiet kann mit wenigen, einfachen Schritten deutlich verbessert werden. Setzen Sie auf einheimische Pflanzen und Sträucher, lassen Sie an an Stelle von Rasen eine Blumenwiese wachsen oder montieren Sie Nisthilfen an Ihrem Haus oder im Garten. Auch kleine Beiträge entfalten Wirkung. Sie schaffen neue Lebensräume und fördern Pflanzen, Insekten und Vögel.
Bild: Das 2013 erstellte Schwalbenhotel des Naturschutzvereines wurde 2025 im Zuge des Schulhausneubaues vom Schulhausareal auf das Friedhofareal versetzt.